Leider kommt es immer wieder vor, dass Redakteure/Lektoren/Sprachkorrektoren Fachbeiträge von Fachautoren inhaltlich verfälschen. Bei einigen Verlagen werden Fachbeiträge nicht nur hinsichtlich der Rechtschreibung und Grammatik geprüft, sondern beim Versuch der "sprachlichen Optimierung" auch inhaltlich geändert, obwohl die Redakteure/Lektoren/Sprachkorrektoren eben inhaltlich keine Fachleute auf dem Gebiet sind.

Dabei möchten wir keinerlei Absicht unterstellen, die Beiträge inhaltlich zu verfälschen. Die Bearbeiter sind leider eben oft nicht bewusst, dass das Weglassen einzelner Wörter wie ein "auch" (siehe Beispiele unten) die inhaltliche Aussage eines Satzes bereits substantiell verändert.

Aus unserer Sicht ist das wichtigste bei einem Fachmagazin die inhaltliche Korrektheit, die man auf keinen Fall für sprachliche Optimierung opfern darf. Unserer Meinung nach sollten die Redakteure/Lektoren/Sprachkorrektoren daher keinerlei Änderung vornehmen, die den Inhalt von Fachtexten auch nur ansatzweise ändern können. Leider sehen einige Verlage dies anders.

Es kommt folglich leider immer wieder vor, dass unter unserem Namen Beiträge erscheinen, die inhaltliche Fehler enthalten, die wir Autoren gar nicht gemacht haben (vgl. auch Diskussion auf Twitter und Diskussion auf Heise). Wenn Sie eine falsche Aussage in einem unserer Beiträge finden, melden Sie sich bitte bei uns via Kontaktformular. Wir werden prüfen, ob hier eine Verfälschung vorliegt oder tatsächlich wir einen Fehler gemacht haben, was natürlich auch nie auszuschließen ist.

Die folgende Tabelle enthält einige typische Beispiele nicht-autorisierter inhaltlicher Veränderungen der Autorentexte durch Verlagsmitarbeiter, die es in den letzten Jahren gegeben hat.

Originaltext

Inhaltliche Verfälschung durch den Verlag

Bemerkung

Untertitel: Systemprogrammierung und Scripting mit DCOM-Komponenten

Systemprogrammierung und Scripting mit CD-ROM-Komponenten

Der Redakteur kannte den Fachbegriff "DCOM" nicht und hat mit seiner eigenen Interpretation einen völlig absurden Untertitel erzeugt.

Bei Blazor WebAssembly soll der klassische Microsoft Edge-Browser entfallen. Blazor Server soll neben dem klassischen Edge auch mit dem Internet Explorer nicht mehr funktionieren.

Bei Blazor WebAssembly soll der Web-Browser Edge entfallen. Blazor Server soll zusätzlich auch mit dem Internet Explorer nicht mehr funktionieren

Die von der Redaktion vorgenommene Verkürzung ist sachlich falsch, weil bei Blazor WebAssembly nicht die Unterstützung für den Edge-Browser insgesamt entfällt, sondern nur für die klassische, nicht auf Chromium aufbauende Version (vor Version 79).

Artikeleinleitung: Nur 16 Monate nach dem SQL Server 2016 liefert Microsoft bereits eine neue Version. Die 2017er Ausgabe bietet zahlreiche Verbesserungen im Kern des Datenbankmanagementsystems und ist die erste Version, die nicht nur auf Windows, sondern auch auf Linux läuft.

Microsofts relationale Datenbank läuft unter Linux und im Container und will Entwicklern und Administratoren die Arbeit erleichtern.

Die geänderte Artikeleinleitung ist falsch, weil der Leser nun denkt, die neue Version laufe nur noch unter Linux und im Container, nicht aber mehr unter Windows.

 

Solch ein Einbetten ist auch in Getter- und Setter-Routinen erlaubt

Solch ein Einbetten ist in Getter- und Setter-Routinen erlaubt

Das ändert die Aussage so, dass es nicht mehr stimmt, weil man es jetzt so liest, dass es nur in Gettern und Settern erlaubt ist.

 

Die dritte Version von Microsofts neuem Objekt-Relationalen Mapper erzeugt beim Reverse Engineering von relationalen Datenbanken nun auch Programmcode für bestehende Sichten (Views) in der Datenbank.

 

Der objektrelationale Mapper von Microsoft kann nun auch Code für bestehende Datenbanken erzeugen.

Aussage nun falsch.  Reverse Engineering gibt es seit Jahren. Neu sind die Sichten (Views) beim Reverse Engineering.

 

Neue T-SQL-Funktionen vereinfachen die Arbeit

Komplettierung der T-SQL-Funktionen

Mehr neue Funktionen heißt doch nicht, dass nun etwas komplett ist!

Titel: Aus VSTS und TFS wird Azure DevOps

 

Azure DevOps oder der schleichende Abschied von der Marke Visual-Studio

Mit einem Abschied von "Visual Studio" hat das nichts zu tun.

Fazit: Die PowerShell Core auf Linux und MacOS ist in seiner bisherigen Ausbaustufe vor allem ein Angebot für Windows-Entwickler und -Administratoren, die nun auch Linux und/oder MacOS verwenden müssen. Sie finden sich in der neuen Welt wesentlich leichter zurecht, wenn sie ihr Wissen über die Windows PowerShell und seine Pipelines in der neuen Welt weiterverwenden können.Eingefleischte Linux- und MacOS-Nutzer wird die PowerShell Core auf ihren Plattformen aber wohl erst als Alternative begeistern können, wenn sie dort mehr Befehle bietet.

 

PowerShell Core auf Linux und macOS ist vor allem ein Angebot an Windows-Entwickler und -Administratoren, die auch Linux und/oder macOS einsetzen. Sie dürften sich in der neuen Welt leichter zurechtfinden, wenn sie ihr Power-Shell-Wissen dort weiterverwenden können.

Core dürfte bei ihnen jedoch erst dann Akzeptanz finden, wenn das Werkzeug auf ihren Plattformen mehr als Grundbefehle bietet.

Der Originaltext hatte die Windows-Entwickler und Administratoren in Kontrast gesetzt zu den Eingefleischte Linux- und MacOS-Nutzer. In der Neufassung des Textes wird plötzlich der Windows-Gruppe das Akzeptanzproblem unterstellt, das für die Linux- und macOS-Nutzer gilt!

Titel:

Direkter Datenbankzugriff auf Microsoft SQL Server in Universal Windows Apps

Ohne Umweg

 

Titel:

Universal Windows Apps

Ohne Umweg

 

Der verkürzte Titel verfälscht den Sinn.

Einleitungstext: Die neuen Razor Components ermöglichen eine Webanwendung, bei der der Webentwickler nur in C# auf dem Server programmiert, die aber für den Benutzer wie eine Single-Page-Application (SPA) aussieht.

Webanwendungen auf dem Server in C# programmieren, beim Nutzer als Single-Page-Anwendung ankommen.

Der geänderte Text ist inhaltlich nicht korrekt, weil "aussehen wie" nicht das gleiche ist wie "als ankommen"

 

Abbildung 4: Skalierung eines AKS-Clusters im Azure Webportal

 

 

Abbildung 4: Skalierung eines AKS-Clusters im Azure Webportal

 

Es wurde ein anderes Bild eingesetzt, das nichts mit dem Thema zu tun hat.